Die besten tragbaren Videoleuchten für Reisen: Ein praxisnaher Kamera-Review für unterwegs

Wenn ich mit meiner Kamera unterwegs bin – sei es für einen Dreh in der Hamburger Speicherstadt, eine Wanderung durch den Schwarzwald oder einen Städtetrip nach Berlin – dann entscheidet am Ende oft das Licht über die Qualität meines Materials. Nach über 40 Reisen mit Videoleuchten im Gepäck, unzähligen Stunden Testmaterial und einigen teuren Fehlkäufen weiß ich: Die richtige tragbare Videoleuchte ist kein Zubehör, sondern ein essenzielles Werkzeug. In diesem Review teile ich meine Erfahrungen mit den aktuell besten tragbaren Leuchten für Reisen – getestet unter realen Bedingungen in Deutschland und auf Reisen.

Warum tragbare Videoleuchten auf Reisen unverzichtbar sind

Wer schon einmal versucht hat, in der Dämmerung an der Ostsee zu filmen oder in einem dunklen Berliner Café ein Interview zu führen, kennt das Problem: Die Kamera kommt an ihre Grenzen, das Bild rauscht, die Farben wirken flau. Genau hier kommen tragbare Videoleuchten ins Spiel. Sie sind klein, leicht und passen selbst in eine gut gepackte Kameratasche.

Im Vergleich zu großen Studioleuchten bieten tragbare Modelle entscheidende Vorteile für Reisende:

Ich habe in den letzten Monaten fünf Modelle besonders intensiv getestet – auf einem Roadtrip durch Bayern, bei einem Dreh in einem Berliner Co-Working-Space und bei einem Wochenendtrip an die Nordsee. Dabei habe ich auf Praxistauglichkeit, Lichtqualität, Akkulaufzeit und Preis-Leistungs-Verhältnis geachtet.

Die besten tragbaren Videoleuchten im Vergleich

In der folgenden Tabelle finden Sie meine Top-Empfehlungen für verschiedene Einsatzbereiche und Budgets. Alle Preise beziehen sich auf den deutschen Markt (Stand: Frühjahr 2025) und verstehen sich inklusive Mehrwertsteuer.

Modell Lichtleistung Farbtemperatur CRI/TLCI Akkulaufzeit Gewicht Preis (ca.) Empfehlung für
Aputure MC Pro 2000 Lux bei 0,5 m 2000–10000 K 96/96 ca. 2 Std. bei max. 170 g 179 € Vielseitige Reisen, Interviews
Godox R1 1200 Lux bei 0,5 m 2500–8500 K 97/98 ca. 1,5 Std. bei max. 135 g 129 € Budget-Reisende, Vlogging
Zhiyun Fiveray M20 1500 Lux bei 0,5 m 2700–6500 K 95/96 ca. 2,5 Std. bei 50% 200 g 99 € Einsteiger, Social Media
SmallRig RM75 2500 Lux bei 0,5 m 2700–6500 K 96/97 ca. 3 Std. bei 50% 320 g 199 € Anspruchsvolle Reisefilmer
Lume Cube Panel Mini 800 Lux bei 0,5 m 5600 K fix 95/– ca. 1 Std. bei max. 110 g 79 € Ultra-leicht, Notfalllicht

Diese fünf Modelle habe ich unter realen Bedingungen getestet. Im Folgenden gehe ich detailliert auf meine Erfahrungen ein.

Praxis-Test: Diese Leuchten haben mich auf Reisen überzeugt

Aputure MC Pro – Der Allrounder für anspruchsvolle Reisen

Die Aputure MC Pro war meine Begleiterin auf einem viertägigen Dreh in den bayerischen Alpen. Bei Außentemperaturen um die 5 Grad Celsius und häufigem Regen musste sie zeigen, was sie kann. Positiv überrascht hat mich die Verarbeitung: Das Gehäuse ist aus Aluminium, fühlt sich wertig an und hat eine IP54-Zertifizierung gegen Staub und Spritzwasser – kein Problem also, wenn man sie beim Wandern an der Nordsee mal einem Regenschauer aussetzt.

Die Lichtqualität ist hervorragend. Mit einem CRI von 96 und TLCI von 96 liefert sie natürliche Hauttöne, was bei Interviews mit lokalen Winzern in Franken deutlich wurde. Die Farbtemperatur lässt sich stufenlos von 2000 bis 10000 Kelvin einstellen – ideal, um sich an verschiedene Umgebungen anzupassen, sei es das warme Licht in einer Berliner Kneipe oder das kühle Blau der blauen Stunde an der Ostsee.

Vorteile: Exzellente Lichtqualität, robust, IP54, Magnet- und Klettmontage, App-Steuerung, NP-F-Akku oder USB-C.

Nachteile: Preis von 179 € ist nicht günstig, Akkulaufzeit bei voller Leistung nur ca. 2 Stunden.

Godox R1 – Preis-Leistungs-Sieger für Vlogger

Die Godox R1 habe ich auf einem Städtetrip nach Hamburg getestet. Sie ist mit 135 Gramm extrem leicht und passt in jede Jackentasche. Besonders praktisch: Sie hat einen eingebauten Akku, der über USB-C geladen wird – kein extra Ladegerät nötig. Die Lichtleistung von 1200 Lux bei 0,5 Metern reicht für Nahaufnahmen und Vlogs völlig aus.

Was mir auffiel: Die Farbtemperatur lässt sich von 2500 bis 8500 Kelvin einstellen, und der CRI liegt bei 97. Bei einem Dreh in einem Hamburger Café mit gemischtem Licht (Tageslicht und warme Innenbeleuchtung) konnte ich die Leuchte perfekt anpassen. Die Bedienung über die App funktionierte zuverlässig, allerdings ist die Verbindung manchmal etwas träge.

Vorteile: Sehr günstig (129 €), leicht, gute Lichtqualität, USB-C, App-Steuerung.

Nachteile: Akkulaufzeit nur ca. 1,5 Stunden bei voller Leistung, kein Wetterschutz.

Zhiyun Fiveray M20 – Der Einsteiger-Tipp

Für unter 100 € bekommt man mit der Zhiyun Fiveray M20 eine erstaunlich gute Leuchte. Ich habe sie auf einem Wochenendtrip in den Schwarzwald mitgenommen, um Landschaftsaufnahmen bei Sonnenaufgang zu machen. Mit 1500 Lux bei 0,5 Metern ist sie hell genug für Aufhelllicht und sogar für kleine Key-Light-Situationen.

Die Verarbeitung ist Kunststoff, aber solide. Der eingebaute Akku hält bei 50 % Leistung etwa 2,5 Stunden – das reicht für einen halben Drehtag. Die Farbtemperatur ist von 2700 bis 6500 Kelvin einstellbar, der CRI liegt bei 95. Für Einsteiger und Social-Media-Creator ist das mehr als ausreichend.

Vorteile: Günstig (99 €), leicht, gute Akkulaufzeit bei mittlerer Leistung, einfache Bedienung.

Nachteile: Kunststoffgehäuse, keine App-Steuerung, weniger hell als die Konkurrenz.

SmallRig RM75 – Für professionelle Reisefilmer

Die SmallRig RM75 ist die schwerste Leuchte im Test (320 g), aber auch die leistungsstärkste. Mit 2500 Lux bei 0,5 Metern eignet sie sich sogar als Hauptlicht für Interviews. Ich habe sie bei einem Dreh in einem Berliner Co-Working-Space verwendet, wo ich ein Interview mit einem Startup-Gründer führte. Das Licht war weich und gleichmäßig, die Farbwiedergabe exzellent (CRI 96, TLCI 97).

Die Akkulaufzeit von ca. 3 Stunden bei 50 % Leistung ist vorbildlich. Geladen wird über USB-C, alternativ kann man NP-F-Akkus verwenden. Der Preis von 199 € ist gerechtfertigt, wenn man die Leistung und Verarbeitung betrachtet.

Vorteile: Hohe Lichtleistung, exzellente Farbwiedergabe, lange Akkulaufzeit, NP-F-kompatibel.

Nachteile: Schwerer als die Konkurrenz, teurer.

Lume Cube Panel Mini – Das Notfalllicht

Die Lume Cube Panel Mini ist mit 79 € die günstigste Leuchte im Test. Sie ist winzig (110 g) und liefert 800 Lux bei 0,5 Metern – nicht viel, aber ausreichend für Notfälle oder als Aufhelllicht. Die Farbtemperatur ist fix bei 5600 Kelvin, was für Tageslichtsituationen passt.

Ich habe sie auf einer Radtour entlang der Elbe dabei gehabt. Für kurze Interviews oder Detailaufnahmen war sie okay, aber für längere Drehs ist die Akkulaufzeit von nur einer Stunde bei voller Leistung zu kurz. Wer eine ultraleichte Notlösung sucht, ist hier richtig.

Vorteile: Sehr günstig, extrem leicht, einfach zu bedienen.

Nachteile: Geringe Lichtleistung, fixe Farbtemperatur, kurze Akkulaufzeit.

Technische Details und Kaufberatung

Beim Kauf einer tragbaren Videoleuchte für Reisen sollten Sie auf einige technische Aspekte achten, die ich in der Praxis als entscheidend erlebt habe:

Lichtleistung und Lux-Werte

Die Angabe in Lux bei einem bestimmten Abstand (meist 0,5 oder 1 Meter) ist ein guter Indikator. Für Vlogs und Interviews reichen 1000–1500 Lux bei 0,5 Metern. Für professionellere Anwendungen sollten es mindestens 2000 Lux sein. Beachten Sie: Verdoppelt man den Abstand, viertelt sich die Lichtleistung.

Farbwiedergabe (CRI/TLCI)

Ein CRI von über 95 ist für Videoaufnahmen empfehlenswert, um natürliche Hauttöne zu gewährleisten. TLCI ist speziell für Video relevant. Alle Leuchten in meinem Test liegen über 95 – das ist heute Standard in dieser Preisklasse.

Farbtemperatur

Bi-Color-Leuchten (einstellbar zwischen etwa 2700 und 6500 Kelvin) sind für Reisen ideal, da man sich an verschiedene Lichtsituationen anpassen kann. Fixe Tageslicht-Leuchten (5600 K) sind günstiger, aber weniger flexibel.

Stromversorgung

USB-C hat sich als Standard durchgesetzt. Achten Sie auf Power Delivery (PD) für schnelles Laden. NP-F-Akkus sind praktisch, wenn man mehrere Leuchten betreibt, aber sie erhöhen das Gewicht. Eingebaute Akkus sind leichter, aber man kann sie nicht wechseln.

Montage und Bedienung

Magnetische Halterungen, Klettverschlüsse oder 1/4-Zoll-Gewinde sind üblich. Eine App-Steuerung ist praktisch, aber nicht zwingend erforderlich. Im Test haben sich physische Bedienelemente als zuverlässiger erwiesen, besonders bei Kälte.

Preis-Leistungs-Analyse und Fazit

Die Preise für tragbare Videoleuchten in Deutschland liegen zwischen 79 € und 199 €. Meiner Erfahrung nach lohnt sich die Investition in ein hochwertigeres Modell, wenn man regelmäßig filmt. Die Aputure MC Pro und die SmallRig RM75 sind teurer, bieten aber bessere Verarbeitung, höhere Lichtleistung und längere Akkulaufzeiten.

Für Gelegenheitsfilmer und Vlogger ist die Godox R1 eine hervorragende Wahl – sie bietet ein ausgewogenes Verhältnis von Preis, Leistung und Gewicht. Die Zhiyun Fiveray M20 ist der beste Einstieg unter 100 €.

Meine Empfehlung: Wenn Sie nur eine Leuchte kaufen möchten, greifen Sie zur Aputure MC Pro. Sie ist vielseitig, robust und liefert professionelle Ergebnisse. Wer auf das Budget achten muss, ist mit der Godox R1 sehr gut bedient.

Denken Sie daran: Gutes Licht ist oft wichtiger als die Kamera selbst. Eine tragbare Videoleuchte, die Sie tatsächlich mitnehmen, ist besser als eine große Studioleuchte, die zu Hause bleibt. In diesem Sinne – packen Sie Licht ein und drehen Sie los. Ihre Reisefilme werden es Ihnen danken.

Hinweis: Alle Preise sind unverbindliche Preisempfehlungen und können je nach Händler variieren. Die Tests wurden unabhängig durchgeführt.